Taekwondo - Kampfsport zur Gewaltprävention
Montag, September 27th, 2010Kämpfen im Sportunterricht - Taekwondo gilt seit 2006 als Schulsport
Dass gerade diese Kampfsportart bei Kindern und Jugendlichen zur Gewaltprävention eingesetzt wird, klingt zunächst wie ein Wiederspruch. Doch dieser Wettkampf bietet grosse Chancen, das haben wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen aus der Praxis bewiesen.
Bild: Gewaltprävention … weil es bereits Gewalt unter Kindern gibt. Taekwondo als Schulsport soll helfen. © Schemmi / PIXELIO
Der sportliche Wettkampf - und hier vor allem Taekwondo - fördern eine ausgeprägte Wertevermittlung wie Toleranz, gegenseitiger Respekt und Achtung, Gruppenbewusstsein und Disziplin - die Grundpfeiler von Taekwondo.
Fachleute aus dem Sozialwesen und der Schulsportentwicklung haben über 2 Jahre hinweg intensiv an der Erstellung einer geeigneten Konzeption für den Schulsportunterricht gearbeitet. Gefördert werden soll die Entwicklung motorischer, konditioneller und koordinativer Grundlagen, die auch sportübergreifend von grosser Bedeutung sind und Wege zur Gewaltprävention zum Ziel haben.
Schon 2008 fand die erste zertifizierte Ausbildung zum “Taekwondo-Lehrer-im-Schulsport” statt. Praktizierende Sportlehrer und Lehramtsstudenten wurden von Taekwondo-Meistern mit Trainerlizenz ausgebildet. Inzwischen sind es weit über 70 ausgebildete Trainer, die erfolgreich mit Schulen zusammenarbeiten.
“Kinder und Jugendliche haben das Bedürfnis, sich miteinander zu messen. Sie lernen im sportlichen Wettkampf den Umgang mit eigener und fremder Aggression, sie erfahren unmittelbare körperliche Kraft, lernen das Verarbeiten von Sieg und Niederlage, entwickeln Selbstdisziplin und verbessern ihre Wahrnehmungsfähigkeit im Umgang mit anderen.
Mit der Zeit wächst so ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein. Professor Harald Lange, Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Würzburg, ist überzeugt: Pädagogisch gelenktes Kämpfen kann dazu führen, dass Jugendliche den Gegner als Partner respektieren lernen, dass sie am eigenen Leib den Zuammenhang spüren zwischen dem, was sie tun, und dem, was sie damit bewirken.”
Taekwondo - ein Weg zur Gewaltprävention!
Getreu dieser Idee hat die deutsche Taekwondo-Jugend 2006 das Projekt “Taekwondo als Schulsport“zur Gewaltprävention ins Leben gerufen.
[Quelle: Weser-Kurier, Timo Sczuplinski]
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