Mutig ins Neue Jahr 2011!
Zum Neuen Jahr die Ängste aufschreiben und sich von ihnen verabschieden
Wer macht sich zum Jahreswechsel keine Gedanken über mögliche Veränderungen / im optimalen Fall Verbesserungen bezüglich des eigenen Lebens? Wer möchte nicht “gereinigt” und gestärkt ins Neue Jahr 2011 schreiten? Wer will nicht Ärger und Ballast des vergangenen Jahres hinter sich lassen? Großeltern, Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen… alle haben mehr oder weniger solche Gedanken / Wünsche besonders zwischen den Jahren.

Bild: Gewaltprävention für ein Gutes Neues Jahr! Aurelia eV wünscht allen ein gewaltfreies, friedliches Jahr 2011. © Gerd Altmann / PIXELIO
Veränderung verlangt Mut
Anregungen dazu gibt Dr. med. Luise Reddemann in “Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Seelische Kräfte entwickeln und fördern.”[Herder Verlag, 5. Auflage, 2010] Sie spricht in Ihrem Buch vorrangig davon, wie Menschen mit seelischen Belastungen und Ängsten umzugehen lernen und das Festhalten daran überwinden können “[…] -damit Leichtigkeit und Gelassenheit wieder ins Leben kommen.” So gibt sie anhand von kleinen praktischen Übungen Strategien an die Hand, wie beispielsweise die “Klagemauer”. In Anlehnung an die Klagemauer in Israel, in dessen Steinzwischenräumen die Juden / Jüdinnen ihre Wünsche und Ängste in aufgeschriebener Form versenken, zeigt Frau Dr. Reddemann Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf den Umgang mit unseren Ängsten und Wünschen auf. Es gibt die Möglichkeit diese beschriebenen Zettel ritualisiert jeweils in einen Fluß zu werfen, zu verbrennen oder einzugraben usw. um sich zunächst den Ängsten zu stellen (aufschreiben) und sich im zweiten Schritt von ihnen zu verabschieden (ritualisiert Abschied nehmen). Hier bietet sich die Übertragbarkeit auf kleine Gewaltpräventions-Einheiten in der Schule an. Zwar kosten sie ein wenig Mut aber kein Geld, sind wiederholbar und immer aktuell.
Kostenfreie Einheit zur Gewaltprävention für SchülerInnen
Damit aus unterdrückten oder zurückgehaltenen Ängsten nicht Krankheit, blinde Wut oder gar Aggression wird, ist das Ausformulieren-dürfen (Aussprechen, Aufschreiben) ein nützliches Mittel zur Gewaltprävention. Um den Kindern/Jugendlichen eine Plattform für Ihre Ängste und Sorgen zu geben und diese aber auch in einen vorgegeben Rahmen zu bringen, bietet sich der Anfang oder das Ende einer Schulstunde/eines Schultages an. Dieses Präventiv-Projekt eignet sich auch für eine Klassenfahrt oder ein Projekttag.

Bild: Die Klagemauer in Israel - Jerusalem. Männer beten links und Frauen rechts vor der Klagemauer in der Altstadt Jerusalems. Die Klagemauer ist die frühere Westmauer des Plateaus des zweiten Tempels und stellt eine religiöste Stätte des Judentums dar. © I.Friedrich / PIXELIO
Zwei Varianten im Umgang mit Gewaltprävention “Klagemauer”
- Die Kinder können freiwillig, anonym und ungesehen auf einen Zettel ihre Kümmernisse, Bedenken, Bedürfnisse, Furcht und Sorge schreiben und diesen alsdann nach gemeinsam festgelegtem Ritual “beerdigen”.
Beispiele: Andauernder Streit der Eltern. Angst den Test nicht zu bestehen. Mit den Pickeln finden mich alle doof.
- Nach Ausformulierung der Ängste und Bedürfnisse wird auf einen Extrazettel der jeweils dahinter stehende Wunsch geschrieben (in jede Angst ist ein Wunsch impliziert). Beispiel: Zettel 1: Keiner liebt mich - Zettel 2: Ich möchte in den Arm genommen werden.

Bild: Wunschzettel in der Klagemauer. In den Steinspalten der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt stecken die Wunsch-Zettel von Menschen aus aller Welt. © M.Helmich / PIXELIO
Zu 1: Die Akzeptanz und die bewußte Ausformulierung der Ängste erzeugt im Idealfall ein besseres Selbstverständnis und einen weicheren Umgang mit sich selbst und dadurch, das ist die Idee, auch eine toleranteren / gelasseneren Umgang mit anderen.
Zu 2: Das separate Notieren von Wünschen, die hinter den Ängsten stehen, führt im gewünschten Ergebnis von der Ablehnung einer Sache zur Hinwendung zu einem Wunsch und mündet somit in eine positive Formulierung. Diese ist in der Interaktion mit dem Gegenüber eine konstruktive Haltung und dient deshalb, wie wir meinen, ideal zur Gewaltprävention. Zur anhaltenden Wirkung wird geraten, die Wunsch-Zettel aufzubewahren, um jederzeit noch einmal darauf schauen zu können, so Dr. Reddemann.
Jetzt ist der erste Schritt für eine Veränderung getan.
Jede Veränderung erfordert Mut - also packen wir es an im Neuen Jahr!
Wenn Sie Beratung für Gewaltprävention an der Schule haben möchten oder Seminare zu Gewaltprävention in Ihre Klassenfahrt einbauen wollen, rufen Sie uns im neuen Jahr einfach an: Aurelia eV - Verein für kulturelle und soziale Bildung auch während Klassenfahrten. Tel.: 0228-929 837 33 mo-fr, 10-15 Uhr (ab 10.01.2011)
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