“Kreditkarten” für Bildung von Kindern bedürftiger Familien
Sind die Bildungscards der Weisheisheit letzter Schluß?
Jetzt im Gespräch sind die Bildungscards, die evtl. eingeführt werden sollen, um Kindern aus ärmlichen Verhältnissen eine Möglichkeit zu geben, etwas was zur Bildung gehört, wahrzunehmen. Besonders auch um zu verhindern, daß zusätzliches Geld von den Eltern für andere Zwecke verwendet wird.
Bild: Bildungscard versus Bargeld. Diskutiert wird die Bildungscard für Kinder aus armen Familien. © Harry Hautumm / PIXELIO
Aber wie soll das gehen - ein Kind möchte schwimmen gehen - nur jetzt muß ja auch Mutter oder Vater dabei sein. Sind diese dann auch eintrittfrei? Auch in einer Bücherei, im Zoo oder wo auch immer; braucht nicht auch hier ein Kind Elternbegleitung?
Hartz-4-Empfänger, Menschen die schon an der Armutsgrenze leben, werden sich durch diese sogenannten “Chips für Kids” als noch ärmer und teils als Bettler empfinden, eine Entwicklung, die niemals gewollt sein kann.
Warum tun wir nicht mehr auf normalem Wege für unsere Kinder, zumal leider ja immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden? Das finanzielle Desaster, das wir ja alle zu spüren bekommen, darf nicht dazu führen, daß es nur noch die sogenannte Oberschicht und die Unterschicht gibt. Jeder Mensch hat ein verbrieftes Recht auf eín würdevolles Leben!
Unsere Zukunft läßt sich nicht mit einigen Freikarten bestimmen. Gleiche Chancen für alle Kids, auch speziell für die aus wirklich armen Familien - das ist es doch was wir brauchen, um zu einem gerechten Staat und letztlich zu einem gebildeten Nachwuchs zu kommen.
[Quelle: DIE ZEIT, Nr. 35, 26.08 2010]
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