Brücken schlagen - nimm Dein Leben in die Hand

StudentenInnen und HaupschülerInnen profitieren voneinander

Die Initiative “Rock-your-Live” hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studenten und Studentinnen mit Hauptschülern und -schülerinnen zusammen zu bringen.

Studenten gehen eine Partnerschaft mit Hautschülern ein - der Bildung zuliebe

Bild: Studenten/Studentinnen gehen eine Partnerschaft mit HautschülerInnen ein - der Bildung zuliebe. Der Nachweis Sozialer Kompetenzen motzt den Lebenslauf mächtig auf und ist der Karriere nützlich. Hier geht es um das Brücken schlagen zwischen  HautschülerInnen und Studenten/Studentinnen und manchmal wird sogar Freundschaft daraus. © Jerzy Sawluk / PIXELIO

Die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen hat ein einmaliges Projekt gestartet, nämlich “Rock-your-Life”. Es steht für die Überzeugung, dass es sich lohnt,  seinem  Leben Sinn und Richtung zu geben.

“Den Impuls für das ehrgeizige Sozialprojekt hat vor gut eineinhalb Jahren der damalige Finanzminister Peer Steinbrück bei einem Besuch an der Friedrichshafener Privat-Uni gegeben. Bei einer Diskussion mit den Studenten zeigte er sich überzeugt, dass die Perspektivlosigkeit in sozial benachteiligten Schichten vererbbar sei. Die These stachelte den Ehrgeiz der Studierenden an, einige taten sich zusammen, um das Gegenteil zu beweisen - damit war “Rock-your-Life” geboren”.

Die 27-jährige ZU-Absolventin, Christina Veldhoen, ist Mitbegründerin und  Geschäftsführerin mit ihrer Kommilitonin Elisabeth Hahnke, die zusammen eine gemeinnützige GmbH führen, zu der sich die studentische Initiative entwickelt hat. Während ihres Masterstudium haben sie eine Berufsberatung für Hauptschüler  gegründet und zum Thema soziales Unternehmertum geforscht - daran schloß sich die elfköpfige  “Steinbrück-Gruppe” an.

Als Beispiel für die Arbeit “Rock-yuor-Life” (RYR) möchten wir ein Coaching-Paar vorstellen: Olga ist Hauptschülerin der neunten Klasse; Tim studiert im 3. Semester Corporate Management & Economics an der exklusiven Bodensee-Uni; eines von inzwischen 85 Paaren. Studenten der ZU helfen Hauptschülern 2 Jahre lang bei der Vorbereitung auf deren Schulabschluss und erleichtern ihnen den Einstieg in Ausbildung und Beruf,  auf der Suche nach Berufsorientierung und zunächst mal bei der Erstellung einer guten Praktikumsbewerbung.

“Im Unterschied zu anderen Patenschaftsprogrammen für Hauptschüler beläßt es das Sozialunternehmen nicht beim Trainieren und Motivieren der Schützlinge, sondern stellt Kontakte zu Ausbildungsunternehmen her. Acht Firmen gehören inzwischen zum Netzwerk. Die Partnerunternehmen haben sich bereit erklärt, RYL 2 Jahre lang jährlich mit bis zu € 3.000.- zu unterstützen und interessierten Hauptschülern Praktika anzubieten oder zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen.

Das Projekt RYL wurde schon mit Preisen und Stipendien überhäuft; Ende April gehörte es zu den sieben Gewinnern des “startsocial”-Wettbewerbs unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, das jedes Jahr herausragende Sozialprojekte auszeichnet. Zwischenzeitlich ist das Interesse in anderen Uni-Städten  so gross, das “Rock-yuor-Life” an acht weiteren Standorten an den Start gehen will.

“Unser Ziel war es von Anfang an, nicht auf lokaler Ebene stehen zu bleiben” sagt Frau Veldhoen, streben sie und ihre Mitstreiter doch nicht weniger als eine “lang-fristige und spürbare Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts an. Wir wollen Brücken schlagen und der Bildungsungerechtigkeit entgegenwirken. Denn im bestehenden System entscheidet leider häufig die Herkunft über Bildungschancen des Einzelnen”. bedauerd die Jungunternehmerin.

“Soziale Verantwortung übernehmen, in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen denken, dazu hält die Zeppelin University die zukünftige Managergeneration, die sie heranzieht explizit an. Das Choaching-Programm stößt bei den Studierenden zudem auf große Resonanz, “weil sie die Unterstützung, die sie selbst erfahren haben, und ihre eigene Begeisterung für Bildung gern an andere weitergeben möchten” so Mitgründerin Elisabeth Hahnke.

“Nicht zuletzt kommt das ehrenamtliche Engagement auch der eigenen Karriere zugute - der Nachweis von sozialen Kompetenzen im Lebenslauf ist für Nachwuchsakademiker heutzutage Plicht”.

[Quelle/Zitate: Die Zeit, Ulla Hanselmann 02.06.2010]

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One Response to “Brücken schlagen - nimm Dein Leben in die Hand”

  1. Aurelia Says:

    “Die Initiative “Rock-your-Life” bringt Studenten mit Hauptschülern zusammen - und beide Seiten profitieren davon…………….

    Ausschlaggebend für den Erfolg auf beiden Seiten sei zudem, dass sich Hauptschüler und Studierende bei allen Unterschieden in einer ähnlichen Situation befänden - die Grundfrage laute bei beiden: Was will ich mit meinem Leben machen? Im Gegensatz zu anderen Mentorenprogrammen, bei denen sich etwa Senioren für Hauptschüler engagieren, gebe es bei RYL zwischen Coach und Coachee keinen “Generations-Gap”, also keine altersbedingte Kluft zwischen den Beteiligten. Frau Elisabeth Hahnke: “Tatsächlich haben Studenten und Hauptschüler mehr Anknüpfungspunkte, als man vermutet. Die gehen auch mal zusammen kicken oder machen ein Computerspiel”.

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