16,3 Millionen Euro für Gewaltprävention
Land Baden-Württemberg investiert 16,3 Mill. Euro für Gewaltpräventionsprogramme an Schulen
Mehr Schulspsychologen und Beratungslehrer an Schulen
Wie die “Schwäbische Zeitung” vom 20.05.2010 bekannt gab, wird für die “gesamte Schullandschaft im Südwesten” 16,3 Millionen Euro für Gewalt-Präventionsarbeit an Schulen bereitgestellt.
Ein Schwerpunkt bildet die Präventionsarbeit an Schulen. Hierfür ist eine Verdoppelung von Schulpsychologen und Beratungslehrern vorgesehen, sagte die Kultusministerin Marion Schick. Auch die mobile Jugendarbeit soll gefördert werden. Vorbild sind die Konzepte des norwegischen Psychologen Dan Olweus*. “Dazu gehören gemeinsam in der Klasse verabredete Verhaltensregeln, aber auch ein Leitbild für die ganze Schule”, sagte Frau Marion Schick. In 80% der Schulen im Land würde bereits mit einzelnen Bausteinen eines solchen Konzepts gearbeitet.
Das Ziel sei es, “Gewalt deutlich zu vermindern und die Beziehungen unter den Schülern spürbar zu verbessern” Das Thema Prävention ist der Schlüssel, wenn man Gewaltexzesse an Schulen weniger wahrscheinlich machen will. Ein entspanntes Klima macht die Schulen nicht nur sicherer; Gewaltpräventions-Programme bieten auch die Chance, ein besseres Lernumfeld zu schaffen. Von solchen Konzepten, aber auch von Schulpsychologen und Beratungslehrern, provitieren nicht nur die Sorgenkinder. Investitionen in diesem Bereich sollten daher Priorität haben.
Bekämpfung von Internetkriminalität
Einen weiteren Schwerpunkt legt die Landesregierung BaWü auf die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Durch zusätzliche Angebote soll an den Schulen der vernünftige Umgang mit dem Internet gelehrt werden.
Innenminister Heribert Rech will ein verstärktes Augenmerk auf den Tatort Internet legen. Das Land stellt 15 Computerexperten ein, die quasi als Internet-Polizisten nach digitalen Spuren suchen. Dabei gehe es nicht nur um Amokandrohungen sagte Rech, auch im Bereich Kinderpornografie und terroristischen Aktivitäten sollen die neuen Experten fahnden.
Laut Innenminister Ulrich Goll, soll der Verfolgungsdruck im Internet erhöht werden, um aufgespürte Straftäter schnell vor Gericht zu stellen und bestrafen zu können. Dafür sind bei der Staatsanwaltschaft und den Gerichten insgesamt 18 neue Stellen vorgesehen.
[Quelle: Schwäbische Zeitung, Redakteur Armin Kübler]
*Literaturhinweis: Dan Olweus: Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten und tun können. Huber, Bern 1995, ISBN 3-456-82591-9.