Und wer hilft den Schlauen?

Bild: Warum Begabtenförderung? - Weil jedes Kind wichtig ist! Wir brauchen Hilfen für die Schwachen und aber auch Begabtenförderung und dürfen dabei den Blick nicht für die Kinder verlieren, die unauffällig sind! © Dieter Schütz / PIXELIO
Die Erich-Kästner-Grundschule in Graben-Neudorf bei Karlsruhe ist eine der bundesweit 15 Impulsschulen, die am Projekt “Inklusive Begabtenförderung an Grundschulen” teilgenommen hat. Gefördert wird dieses Projekt von der Karg-Stiftung und der Stiftung Mercador.
Als vor fast 20 Jahren Herbert Pföhler Rektor an der Erich-Kästner-Grundschule wurde, kümmerte er sich zunächst um Kinder mit Schwächen in Lesen, Schreiben und Rechnen. Psychologen und Professoren wurden beigezogen und es wurden Fortbildungen organisiert. Nach Jahren wurde ihm klar: Um die Schwächeren hast du dich bemüht, aber für die Hochbegabten tun wir nichts. Und weil er mit 12 Geschwistern aufwuchs, wußte er, daß jedes Kind andere Bedürfnisse und Begabungen hat.
Warum es in Grundschulen bisher wenig offizielle Angebote für besonders begabte Schüler gibt, weiß niemand so genau. Rektor Herbert Pföhler wollte es genau wissen: Er setzte sich mit der Karg-Stiftung in Verbindung und erfuhr, daß gerade zur Zeit förderungswürdige Grundschulen für das Projekt der “Begabtenförderung in Grundschulen” ausgesucht wurden. Aus seinem Kollegium wurde ein Team ausgewählt, das an einer dreijährigen Fortbildung teilnahm und das Wissen an die Kollegen daheim weitergab. So arbeiten heute an der Impulsschule Graben-Neudorf 15 Lehrer mit entsprechenden Wochen-oder Tagesplänen.

Bild: Begabte Schulfreunde.
Jede(r) wünscht sich später mal sagen zu können: Die Schule hat mich optimal gefördert, hat mir das gegeben, was ich brauchte. © Jerzy Sawluk / PIXELIO
Informationen zu Konzeptionierung und Methoden finden Sie im Buch “Inklusive Begabtenförderung in der Grundschule. Konzepte und Praxisbeispiele zur Schulentwicklung.”, Steenbuck, O., Quitmann, H., Esser, P. (Hrsg.), Beltz-Verlag 2011, ISBN 978-3-407-25552-5.
“Olaf Steebuck ist bei der Karg-Stiftung für das Projekt Schule zuständig und Mitherausgeber eines Buches das die Ergebnisse des Impulsprojektes vorstellt. Laut einer Studie seien bislang nur acht Prozent aller Lehrer mit dem Thema Begabtenförderung in Berührung gekommen, bemängelt er. Um hier etwas zu verändern, seien ihnen mehr Fortbildungen für Lehrer nicht ausreichend erschienen. Auch die Schulen müssen sich weiterentwickeln - so kam es zum Projekt Impulsschulen.”
Frau E. Völmicke, Geschäftsführerin von der Initiative Bildung und Begabung, sagte: “Neue Erkenntnisse brauchen Zeit, um in konkrete Förderinitiativen umgesetzt zu werden”. Wir hoffen es für die kleine Gruppe der Hochbegabten.
[Quelle: DIE ZEIT/ Angelika Dietrich/ 21.07.2011]
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